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Frankreich-Schuldenkrise: Was sie für dein Depot bedeutet

Frankreich-Schuldenkrise: Paris zahlt mehr Zinsen als Rom, der Euro fällt auf ein 17-Monatstief. Was das für deinen Anleihen-ETF und Sparplan heißt.

Zune.Money TeamOctober 6, 202613 min read
Eine Euromünze auf einem mit Band verschnürten Stapel schlichter Papiere auf einem hellen Eichenschreibtisch, daneben Kaffeetasse und Stift, dahinter unscharf die Dächer von Paris, als Sinnbild für die Frankreich-Schuldenkrise und dein Depot

Die Frankreich-Schuldenkrise erreicht ein typisches Degiro-Depot über drei Türen: den Euro, deinen ETF auf Euro-Staatsanleihen und französische Aktien. Die erste Tür schönt gerade still deine US-Aktien. Hinter der zweiten liegt das eigentliche Risiko. Die dritte ist kleiner, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Für Anleger in Deutschland und Österreich kommt ein eigener Blickwinkel dazu: Frankreich wird gerade an der Bundesanleihe gemessen. Du sitzt auf der Seite, die als sicher gilt, und gerade deshalb lohnt der Blick auf das, was in deinem Depot trotzdem französisch ist.

Die Zahlen (Anfang Oktober 2026)Stand
Rendite 10-jährige französische Staatsanleiheknapp 5 %, höchster Stand seit 2002
Rendite 10-jährige Bundesanleiherund 3,5 %
Spread Frankreich zu Deutschlandrund 150 Basispunkte, so hoch wie zuletzt 2011/12
Frankreich gegen Italien, 10 Jahrerund 4,9 % gegen 4,5 %
Euro-Dollar-Kurs1,1160 am 5. Oktober, 17-Monatstief
Staatsverschuldung Frankreich3,6 Billionen Euro, 119 % des BIP

Was steckt hinter der Schuldenkrise in Frankreich?

Die Schuldenkrise in Frankreich ist ein starker Anstieg dessen, was der Markt Frankreich für neue Kredite abverlangt. Auslöser sind ein Defizit, das die Regierung wiederholt nicht gesenkt hat, und ein Parlament, das den Plan zur Senkung womöglich nicht beschließt.

Neu sind die Zahlen nicht, aber sie werden schlechter. Die Staatsverschuldung Frankreichs lag im zweiten Quartal 2026 bei 3,6 Billionen Euro oder 119 % des BIP, nach 115,6 % ein Jahr zuvor, wie Euronews in seiner Analyse der Krise aufschlüsselt. Das Defizit beträgt in diesem Jahr 5,4 % des BIP, erlaubt sind in der EU 3 %. In drei der vier Jahre von 2023 bis 2026 hat Frankreich seine eigenen Haushaltsziele verfehlt.

Der Haushalt 2027 von Premierminister Sébastien Lecornu sieht 54 Milliarden Euro an Einsparungen und neuen Einnahmen vor, um das Defizit auf 5,0 % zu drücken. Gleichzeitig will Frankreich im nächsten Jahr die Rekordsumme von 340 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Das Problem: Lecornu führt eine Minderheitsregierung, die Haushaltsdebatte beginnt am 13. Oktober, und im Frühjahr 2027 wird ein neuer Präsident gewählt. Der Markt bewertet nicht den Plan, sondern die Chance, dass er das Parlament übersteht.

Die Ratingagentur Scope hat Frankreich am 18. September von AA- auf A+ herabgestuft. Moody's bewertet das Land mit Aa3 und negativem Ausblick und will sein Urteil am 23. Oktober überprüfen.

Der Spread: Warum der Abstand zur Bundesanleihe die wichtigste Zahl ist

Der Spread zwischen OAT und Bund ist die Differenz zwischen der Rendite einer zehnjährigen französischen Staatsanleihe (OAT) und der einer zehnjährigen Bundesanleihe. Er ist der Preis des politischen Risikos in Frankreich in einer Zahl.

Aus deutscher Sicht ist die Bundesanleihe der Nullpunkt der Skala, an dem der Markt alle anderen Euroländer misst. Steigt der Spread zwischen Frankreich und Deutschland, verlangt der Markt von Paris mehr als von Berlin für dasselbe Versprechen: das Geld in zehn Jahren in derselben Währung zurückzuzahlen.

Anfang Oktober sprang dieser Abstand innerhalb einer Woche um 34 Basispunkte, die größte Wochenbewegung seit 17 Jahren. Am 2. Oktober lag er bei rund 150 Basispunkten. So weit auseinander lagen die beiden zuletzt in der Eurokrise 2011/12.

Der Teil, der dich aufhorchen lassen sollte: Frankreich zahlt inzwischen mehr Zinsen als Italien. Anfang Oktober rentierte die zehnjährige französische Anleihe bei rund 4,9 %, die italienische gab auf etwa 4,5 % nach. Über den größten Teil der Euro-Geschichte war Italien der riskante Schuldner, und Frankreich lag nah bei Deutschland. Diese Reihenfolge hat sich umgedreht.

An den Rändern beginnt die Ansteckung. Die Spreads von Italien und Griechenland weiteten sich um rund 15 Basispunkte aus, als französische Anleihen verkauft wurden. Spanien legte am 5. Oktober eigene Unsicherheit nach: Ministerpräsident Pedro Sánchez rief für den 29. November eine vorgezogene Neuwahl aus.

Die Bundesanleihe ist sicher, aber nicht ruhig

Ein Spread hat zwei Seiten, und die deutsche ist in diesem Herbst selbst in Bewegung. Am Montag, dem 28. September, stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe laut dpa-AFX auf 3,653 %, den höchsten Stand seit 2009. Der Treiber war nicht Frankreich, sondern die Sorge um die Inflation, die in Deutschland im September bei 3,3 % lag, wie unser Ländervergleich zur Inflation in der Eurozone zeigt.

Danach drehte die Bewegung. In derselben Woche, in der die französische Rendite auf fast 5 % zulief, gab die Bundrendite nach. Am 5. Oktober stand sie bei 3,49 %. Das ist das typische Muster einer Flucht in den sicheren Hafen. Der Spread hat sich also von beiden Seiten geweitet.

Für dein Depot heißt das: Bundesanleihen schützen vor dem französischen Risiko, nicht vor dem Zinsrisiko. Ein breiter Anleihen-ETF zeigt im September beides übereinander, steigende Renditen wegen der Inflation und höhere Aufschläge für Frankreich.

Warum die EZB nicht sofort einspringt

Für genau so einen Ausbruch der Spreads hat die EZB ein Werkzeug gebaut, das Transmission Protection Instrument (TPI). Das erste Kriterium in den TPI-Bedingungen der EZB lautet aber, dass gegen ein Land kein Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits laufen darf. Gegen Frankreich läuft dieses Verfahren seit 2024.

Die Kriterien fließen in eine Abwägung des EZB-Rats ein und sind kein Automatismus, die Tür ist also nicht ganz zu. Auf eine schnelle Rettung setzt der Anleihemarkt aber sichtbar nicht. Die nächste Zinsentscheidung der EZB fällt am 29. Oktober, nach Erhöhungen auf 2,25 % im Juni und 2,50 % im September. Mehr dazu steht in unserem Beitrag über die Zinserhöhung der EZB im Juni und dein Depot (auf Englisch).

Tür 1: Der Euro auf 17-Monatstief schönt deine US-Aktien

Der Euro verlor im September 2,5 % gegenüber dem Dollar, der größte Monatsverlust seit Juli 2025. Am Montag, dem 5. Oktober, fiel der Euro-Dollar-Kurs auf 1,1160, den tiefsten Stand seit Mai 2025. Ende Januar lag er noch über 1,20.

Rechnest du in Euro, steigt mit einem fallenden Euro der Eurowert von allem, was in Dollar notiert. An den Unternehmen muss sich dafür nichts ändern.

Ein Rechenbeispiel. Du hältst 50.000 Euro in einem Welt-ETF. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF bestand Ende August laut Vanguard-Factsheet zu 61,7 % aus US-Aktien, rund 30.850 Euro deiner Position sind also ein Dollar-Vermögen. Fällt der Euro um 2,5 %, steigt der Eurowert dieses Anteils um etwa 2,6 %, also um rund 790 Euro. Deine Septemberbilanz sieht besser aus, als deine Aktien gelaufen sind.

Beim MSCI World ist der Effekt größer. Dort lag der US-Anteil laut MSCI am 30. September bei 72,94 %. Dieselben 50.000 Euro enthalten dann rund 36.500 Euro an Dollar-Vermögen, und der Währungsgewinn aus dem September steigt auf etwa 935 Euro. Was ein zusätzlicher S&P-500-ETF daraus macht, steht in unserem Beitrag zum Klumpenrisiko im MSCI World.

Das ist das Spiegelbild der Scheinverluste, die Euro-Anleger 2025 erlebt haben. Damals ließ ein starker Euro solide US-Renditen schwach aussehen, wie wir in warum dein Depot bei steigendem Euro im Minus aussieht (auf Englisch) erklärt haben. Dieselbe Rechnung läuft jetzt zu deinen Gunsten. Sie kann genauso schnell kippen, wenn Frankreichs Haushalt durchgeht und der Euro sich erholt.

Zwei praktische Punkte. Wenn du US-Positionen verkaufst, um den Währungsgewinn mitzunehmen, berechnet Degiro für den Rücktausch in Euro 0,25 %. Und wenn du gerade US-Aktien kaufen wolltest: Der schwache Euro macht sie in Euro teurer, nicht billiger.

Was der schwache Euro für deinen ETF-Sparplan bedeutet

Viele Anleger in Deutschland besparen ihren Welt-ETF monatlich, ob bei Degiro, Trade Republic oder Scalable. Dabei gehen zwei Dinge leicht unter.

Dass du den ETF in Euro an Xetra kaufst, ändert nichts am Währungsrisiko. Die Handelswährung ist nicht die Währung der Aktien im Fonds, ein MSCI-World-ETF bleibt zu fast drei Vierteln ein Dollar-Vermögen.

Außerdem mittelt dein Sparplan den Wechselkurs automatisch mit. Von 500 Euro im Monat fließen bei 72,94 % US-Anteil rund 365 Euro in US-Aktien. Bei einem Kurs von 1,20 wären das rund 438 Dollar gewesen, bei 1,116 sind es rund 407 Dollar, also etwa 7 % weniger Aktie je Euro. Der US-Teil der Raten vom Hoch Ende Januar hat billige Dollar gekauft und liegt allein durch den Wechselkurs rund 7 % vorn. Die Raten von heute kaufen teure Dollar. Genau dafür ist ein Sparplan gebaut: Er kauft bei starkem und bei schwachem Euro, ohne dass du den Kurs vorhersagen musst.

Am klarsten siehst du den Währungseffekt, wenn du für jede Position die Rendite in Lokalwährung neben die Rendite in Euro legst. In einer Tabellenkalkulation heißt das, zwei Kursspalten und einen Wechselkurs aktuell zu halten. Importierst du deine Degiro-CSV in einen Tracker wie Zune.Money, siehst du jede Position mit Gewichtung und Eurowert auf einem Bildschirm und erkennst, welche Positionen den Monat tragen.

Tür 2: Dein Staatsanleihen-ETF in Euro ist zu einem Viertel französisch

Diese Tür übersehen die meisten. Viele Degiro-Anleger halten einen breiten ETF auf Euro-Staatsanleihen als „sicheren“ Teil des Depots.

Der iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF, einer der meistgehaltenen Fonds seiner Art, hatte Ende August diese Länderaufteilung, laut seinem Fondsprofil bei justETF:

LandGewicht
Frankreich24,40 %
Italien21,49 %
Deutschland19,08 %
Spanien13,92 %
Sonstige21,11 %

Frankreich ist das größte Einzelland im Fonds, vor Deutschland. Wer glaubt, mit einem Euro-Staatsanleihen-ETF vor allem Bundesanleihen zu halten, kommt bei diesem Fonds auf knapp ein Fünftel. Frankreich, Italien und Spanien stellen zusammen rund 60 %, und alle drei stehen in diesem Herbst unter haushaltspolitischem oder politischem Druck.

Ein Konstruktionsfehler ist das nicht: Breite Indizes für Euro-Staatsanleihen gewichten Länder nach ihren ausstehenden Schulden. Dein sicherer Baustein trägt dadurch aber mehr von dieser Krise als deine Aktien.

Der Kurs eines Anleihefonds fällt ungefähr um seine Duration mal den Renditeanstieg. Ein Fonds mit einer durchschnittlichen Duration von 7 Jahren verliert rund 7 %, wenn die Renditen um einen Prozentpunkt steigen, bevor die Kupons einen Teil zurückholen. Französische Anleihen sind nur ein Teil des Index, der Fonds bewegt sich also weniger als die OAT, aber in dieselbe Richtung.

Wer seinen Anleihen-Baustein aus der Krise heraushalten will, hat ein paar Optionen:

  • Anleihen-ETFs nur auf Euro-Staatsanleihen höchster Bonität halten ausschließlich Emittenten mit AAA-Rating, Frankreich fällt damit per Regel heraus. Amundi bietet Fonds dieser Art an. Der Preis ist eine niedrigere Rendite, weil die sichersten Schuldner am wenigsten zahlen.
  • ETFs nur auf Bundesanleihen nehmen das Spread-Risiko komplett heraus, legen deinen ganzen Anleihen-Baustein aber auf eine einzige Regierung. Vor dem Zinsrisiko schützen sie nicht, wie der höchste Stand der Bundrendite seit 2009 im September gezeigt hat.
  • Nichts tun ist für Anleger mit langem Horizont eine vernünftige Wahl. Höhere Renditen bedeuten mehr künftige Erträge aus demselben Fonds, und wer nach einem Spread-Sprung verkauft, macht den Verlust endgültig.

Nichts davon ist eine Empfehlung für deine Lage. Dein Anlagehorizont, deine Steuersituation und die Rolle der Anleihen in deinem Depot entscheiden, was passt. Ein Umschichten löst auf realisierte Gewinne Abgeltungsteuer aus (in Österreich KESt), lass die Details deshalb von einer Steuerberatung in deinem Land prüfen.

Tür 3: Französische Aktien sind weniger französisch, als sie aussehen

Der CAC 40 eröffnete am 5. Oktober 0,86 % tiefer bei 7.829 Punkten, als der Ausverkauf bei Anleihen auf die Aktien übergriff. Wer französische Aktien hält, ist versucht, sie als direkte Wette auf den französischen Staat zu sehen. Meist sind sie das nicht.

Die Unternehmen im CAC 40 machen mehr als zwei Drittel ihres Geschäfts außerhalb Frankreichs und beschäftigen dort auch mehr als zwei Drittel ihrer Mitarbeiter. Rund 45 % ihrer Aktien liegen bei ausländischen Investoren. Ein Luxuskonzern mit Kunden in Asien oder ein Energieriese mit Ölfeldern in Afrika hängt stärker an der Weltnachfrage und am Dollar als am französischen Haushalt. Ein schwacher Euro hilft ihren ausgewiesenen Gewinnen sogar, weil Auslandsumsätze in mehr Euro umgerechnet werden.

Die Ausnahme sind französische Banken. Sie halten große Bestände an Anleihen ihres eigenen Staates, fallende OAT-Kurse treffen ihre Bilanzen also direkt, und französische Bankaktien sind seit Ende August mit den Anleihen gefallen. In dieselbe Gruppe gehören Unternehmen, die von französischen Verbrauchern oder Staatsaufträgen abhängen.

So ordnest du ein, wo dich die Krise erreicht:

KanalWas sich bewegt hatWer am stärksten betroffen istWas du prüfst
Der EuroEuro auf 17-Monatstief zum DollarGroße US- oder Welt-ETF-PositionenRendite in Euro gegen Lokalwährung
Euro-StaatsanleihenOAT nahe 5 %, Spread wie 2011/12Breite Euro-Staatsanleihen-ETFsLändergewichte im Factsheet
Französische AktienCAC 40 schwächer, Banken am stärkstenFranzösische Banken und InlandswerteWo das Unternehmen seinen Umsatz macht

So prüfst du, wie stark dich die Krise in Frankreich trifft

Eine Meinung zur französischen Politik brauchst du dafür nicht, nur etwa 15 Minuten für diese fünf Schritte:

  1. Exportiere deine Degiro-Transaktionen. Öffne auf der Web-Plattform die Inbox auf der linken Seite des Bildschirms, dann „Transaktionen“, stell den Zeitraum auf deine gesamte Historie und exportiere die CSV.
  2. Gruppiere deine Positionen nach Währung. Addiere alles, was in Dollar notiert, einschließlich des US-Anteils jedes Welt-ETF. Diese Zahl sagt dir, wie stark der fallende Euro deine Gesamtsumme aufbläht.
  3. Öffne das Factsheet jedes Anleihen-ETF, den du hältst, und notiere die Gewichte von Frankreich, Italien und Spanien. Multipliziere sie mit der Positionsgröße, dann kennst du deinen Eurobetrag je Staat.
  4. Trenne französische Banken und Inlandswerte von französischen Weltkonzernen. Nur die erste Gruppe ist eine direkte Wette auf den französischen Haushalt.
  5. Vergleiche deine aktuellen Gewichte mit deiner Zielaufteilung. Hat der Anleiheausverkauf oder der Währungsgewinn etwas über deine Rebalancing-Grenze geschoben, handle nach der Grenze, nicht nach der Schlagzeile. Ein Verkauf mit Gewinn löst Steuer aus. Lenkst du stattdessen die nächsten Sparraten in den untergewichteten Baustein, verkaufst du nichts.

An den Schritten zwei und fünf scheitert eine Tabellenkalkulation meistens, weil Kurse und Wechselkurse veralten. Ein Portfolio-Tracker erledigt diese Arbeit ohne Pflege: den Degiro-Export einmal importieren, und die Gewichte bleiben aktuell.

Diese Termine entscheiden, wie es weitergeht

Vier Termine entscheiden, ob sich die Lage beruhigt oder verschärft:

  • 13. Oktober: Das französische Parlament beginnt mit der Debatte über den Haushalt 2027.
  • 23. Oktober: Moody's überprüft Frankreichs Rating von Aa3.
  • 29. Oktober: Zinsentscheidung der EZB.
  • 29. November: Vorgezogene Neuwahl in Spanien.

Ein beschlossener Haushalt und ein gehaltenes Rating würden den Spread wahrscheinlich verengen und den Euro stützen: weniger Verlust im Anleihefonds, weniger Währungsgewinn auf deine US-Aktien. Ein gescheiterter Haushalt oder eine Herabstufung würden beides umkehren.

Die nützliche Gewohnheit ist in beiden Fällen dieselbe. Wisse, welcher Teil deiner Rendite von den Unternehmen kommt, die du besitzt, und welcher vom Euro. Nur einer davon spiegelt deine Entscheidungen. Importiere deine Degiro-CSV in Zune.Money, und du siehst jede Position, ihre Gewichtung und ihren Wert in Euro an einem Ort, bevor die nächste Schlagzeile kommt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer OAT und einer Bundesanleihe?

Eine OAT (Obligation assimilable du Trésor) ist eine Anleihe des französischen Staates, eine Bundesanleihe eine des deutschen Bundes. Weil Deutschland im Euroraum als sicherster großer Schuldner gilt, ist der Abstand zwischen den beiden zehnjährigen Renditen das übliche Maß dafür, wie viel zusätzliches Risiko der Markt in Frankreich sieht.

Droht Frankreich eine Staatspleite?

Keine der großen Ratingagenturen hält einen Zahlungsausfall Frankreichs für wahrscheinlich. Scope bewertet Frankreich nach der Herabstufung vom 18. September 2026 mit A+, Moody's mit Aa3 und negativem Ausblick. Das Problem sind die Kosten, nicht die Zahlungsfähigkeit: Jeder Prozentpunkt mehr auf neue Schulden erhöht eine Zinslast, die schon jetzt mit Schulen und Renten konkurriert.

Lohnt es sich, bei schwachem Euro US-Aktien zu kaufen?

Ein schwacher Euro macht US-Aktien teurer, nicht billiger. Fällt der Euro, bekommst du für jeden Euro weniger Dollar, dieselbe US-Aktie kostet in Euro also mehr. Für US-Aktien, die du schon besitzt, ist das eine gute Nachricht. Für neue Käufe mit Euro ist es bei sonst gleichen Bedingungen ein ungünstiger Zeitpunkt.

Ich habe keine französischen Aktien oder Anleihen. Betrifft mich die Krise trotzdem?

Ja, auf zwei Wegen. Der Euro selbst wird schwächer, und das verändert den Eurowert jeder Position, die nicht in Euro notiert. Außerdem treibt Druck auf Frankreich meist auch die Finanzierungskosten in Italien, Spanien und Griechenland nach oben. Das trifft breite Euro-Anleihefonds und Bankaktien, selbst wenn Frankreich in deinem Depot nirgends auftaucht.

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