KI-Energieaktien: Die versteckte KI-Wette in deinem Depot
KI-Energieaktien wie Siemens Energy und Schneider wirken wie Streuung. Oft verdoppeln sie deine KI-Wette. So misst du das, mit Rechenbeispiel in Euro.

KI-Energieaktien waren diese Woche der Ausweichhandel. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, berichtete die Financial Times, dass der annualisierte Umsatz von OpenAI rund 20 Milliarden Dollar unter einer früheren Schätzung lag. Der Nasdaq fiel um 1,25 %, CoreWeave verlor fast 8 % und Oracle 5,5 %. Den Tag haben wir ausführlich in KI-Blase: Wie stark hängt dein Depot an KI-Aktien? beschrieben.
Nach so einem Tag suchen viele Anleger einen „sichereren“ Weg, an KI zu verdienen: die Unternehmen, die Rechenzentren mit Strom, Kabeln, Transformatoren und Schaltanlagen beliefern. In Europa heißen sie Siemens Energy, Schneider Electric, Legrand und Prysmian.
Genau darum geht es in diesem Beitrag. Wer diese Aktien gekauft hat, um sich von KI unabhängiger zu machen, hat wahrscheinlich das Gegenteil erreicht. Unten findest du die Zahlen, ein durchgerechnetes Beispiel in Euro und eine einfache Methode, deine eigene KI-Abhängigkeit zu messen.
Was sind KI-Energieaktien?
KI-Energieaktien sind börsennotierte Unternehmen, deren Wachstum vom Strom und von der Energietechnik abhängt, die KI-Rechenzentren brauchen, ohne dass sie selbst KI-Chips oder KI-Software verkaufen. Es gibt vier Gruppen:
- Kraftwerkstechnik. Gasturbinen und Generatoren (Siemens Energy).
- Netztechnik. Transformatoren, Hochspannungsleitungen und Umspannwerke (Siemens Energy, ABB, Prysmian, Nexans).
- Elektro- und Kühltechnik im Gebäude. Schaltanlagen, Stromschienen, USV-Anlagen, Racks und Kühlung (Schneider Electric, Legrand, Siemens).
- Versorger. Die Unternehmen, die Netze bauen und betreiben und den Strom verkaufen (Iberdrola, E.ON, Enel).
Es ist eine KI-Wette um eine Ecke. Du setzt nicht darauf, welches KI-Modell gewinnt. Du setzt darauf, dass weiter Rechenzentren gebaut werden, egal wer gewinnt.
Warum der Stromhunger der KI ein europäisches Thema ist
Die Nachfrage ist echt und messbar. In ihrem Bericht Energy and AI (April 2025) schätzt die Internationale Energieagentur, dass Rechenzentren 2024 weltweit rund 415 TWh Strom verbraucht haben. Im Basisszenario verdoppelt sich das bis 2030 auf etwa 945 TWh, knapp 3 % des gesamten Stromverbrauchs der Erde.
Europa wächst langsamer als die USA, aber es wächst. Die IEA erwartet, dass der Stromverbrauch europäischer Rechenzentren bis 2030 um mehr als 45 TWh steigt, ein Plus von 70 %. In den USA beträgt der Anstieg etwa 240 TWh, ein Plus von 130 %.
Der Thinktank Ember rechnet mit einem größeren europäischen Fußabdruck. Sein Bericht Grids for data centres (Juni 2025) sieht den Strombedarf europäischer Rechenzentren von 96 TWh im Jahr 2024 auf 168 TWh bis 2030 und 236 TWh bis 2035 steigen. Beide Quellen messen unterschiedlich, die Richtung ist dieselbe.
Vor Ort sind die Zahlen noch deutlicher. Laut Ember verbrauchten Rechenzentren 2023 in Frankfurt, Amsterdam und London bereits 33 % bis 42 % des Stroms, in Dublin fast 80 %. Bis ein neues Rechenzentrum an diesen Standorten ans Netz kommt, vergehen im Schnitt 7 bis 10 Jahre.
Diese letzte Zahl erklärt, warum Anleger auf Netzwerte schauen. In Europa fehlen nicht die Chips. Es fehlen das Kabel und der Transformator zwischen Kraftwerk und Server.
Was ein Rechenzentrum außer Chips einkauft
Eine grobe Einkaufsliste für ein neues KI-Rechenzentrum, die Server nicht mitgerechnet:
| Was es braucht | Wofür | Börsennotierte Lieferanten aus Europa |
|---|---|---|
| Netzanschluss | Hochspannungsleitungen, Umspannwerke, Transformatoren | Siemens Energy, ABB, Prysmian, Nexans |
| Notstrom und Eigenversorgung | Gasturbinen, Generatoren | Siemens Energy |
| Stromverteilung | Schaltanlagen, Stromschienen, USV | Schneider Electric, Legrand, ABB, Siemens |
| Kühlung | Flüssig- und Luftkühlung für dichte KI-Racks | Schneider Electric, Legrand |
| Verkabelung im Gebäude | Glasfaser und Kupfer zwischen den Racks | Prysmian, Nexans, Legrand |
Wie stark hängen europäische Netzausbau-Aktien an Rechenzentren?
Stärker, als ihr Sektor vermuten lässt. Das haben die Unternehmen in diesem Jahr selbst gemeldet.
Schneider Electric. Im Februar 2026 berichtete Reuters, dass Rechenzentren und Netze rund 30 % der Aufträge von Schneider ausmachten. In seinen Halbjahreszahlen vom 30. Juli 2026 meldete Schneider für das zweite Quartal ein organisches Umsatzplus von 17 %, wobei die Nachfrage vom Geschäft mit Rechenzentren angeführt wurde. Die Sparte Systems, in der die Rechenzentrumsprojekte liegen, wuchs im Quartal organisch um 28 %.
Legrand. Am 29. Juli 2026 gab Legrand an, dass Rechenzentren 26 % seines Umsatzes 2025 und fast die Hälfte des US-Umsatzes ausmachten. Das Ziel für das Umsatzwachstum 2026 stieg auf 16 % bis 19 %, von zuvor 10 % bis 15 %.
Siemens Energy. Am 12. Mai 2026 hob Siemens Energy die Prognose für das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 auf 14 % bis 16 % an, von 11 % bis 13 %. Die Gasturbinen-Nachfrage führte der Konzern auf US-Rechenzentren zurück, und die Aufträge bei Grid Technologies stiegen um mehr als 41 % auf fast 7 Mrd. €. Im August meldete er einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Mrd. € und einen Auftragsbestand von 162 Mrd. €.
Prysmian. Am 20. Juli 2026 schloss Prysmian mit Molex einen Vertrag über bis zu 5,5 Mrd. € mit bis zu 10 Jahren Laufzeit, für Glasfaserkabel in Rechenzentren. Bis 2031 will das Unternehmen 1,25 Mrd. € in den Ausbau der Glasfaserproduktion stecken.
Siemens. Im Februar 2026 hob Siemens seine Gewinnprognose an. Vorstandschef Roland Busch sagte, die Nachfrage aus Rechenzentren habe „unsere Erwartungen deutlich übertroffen“. Die Aktie stieg an diesem Vormittag um mehr als 6 %.
Das sind keine schlechten Nachrichten, eher im Gegenteil. Es heißt aber, dass ein großer Teil des Wachstums dieser Unternehmen, und des Preises, den du für ihre Aktien zahlst, inzwischen an derselben Sache hängt wie deine Nvidia-Aktien.
Die Diversifikationsfalle: Wie langweilige Industriewerte deine KI-Wette verdoppeln
Die meisten Depotansichten sortieren Positionen nach Sektor. Schneider, Legrand, Siemens Energy und Prysmian stehen unter Industrie. Iberdrola und E.ON stehen unter Versorger. Im Tortendiagramm sehen sie aus wie das Gegenteil einer Tech-Wette.
Das Sektor-Etikett sagt, was ein Unternehmen herstellt. Es sagt nicht, wer es kauft. Ein Transformatorenhersteller, dessen Auftragsbuch wegen Rechenzentren wächst, bewegt sich mit den KI-Ausgaben, egal was auf dem Etikett steht.
Das zeigen die Prognoseänderungen oben. Legrand, Schneider und Siemens Energy haben alle ihre Ziele für 2026 angehoben, und jedes Mal waren Rechenzentren ein Hauptgrund. Kürzen die großen Cloud-Konzerne ihre Investitionen, werden genau diese Ziele gekürzt.
Dazu kommt die Bewertung. Gilt ein Industriekonzern erst einmal als „KI-Gewinner“, wird er nicht mehr wie ein normaler Industriewert bezahlt. Siemens Energy notierte am 12. Oktober bei rund 147 €, etwa 23 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 191,66 €, und laut Daten von StockAnalysis immer noch beim etwa 47-Fachen des Gewinns der letzten zwölf Monate. Ein Kabel- oder Turbinenhersteller mit diesem Multiplikator ist auf Wachstum bepreist, und genau das Wachstum würde eine KI-Abkühlung treffen.
Die Chip- und Netzwerkseite der Rally, also ASML, Nokia und Aixtron, kennen die meisten Anleger. Hier geht es um dieselbe Rally, eine Ebene weiter außen.
Ein Rechenbeispiel: ein Depot mit 40.000 €
Nimm einen Anleger mit einem Depot von 40.000 €. Er hält einen Welt-ETF, eine Chipaktie und eine Gruppe europäischer Industriewerte plus einen Versorger, die er gekauft hat, „um die Tech-Lastigkeit auszugleichen“.
Zuerst die Ansicht, die die meisten sehen: Positionen nach Sektor. Der ETF ist nach den Sektorgewichten des MSCI World Ende September 2026 aufgeteilt (Informationstechnologie 31,78 %, Industrie 10,8 %, Versorger 2,3 %, laut MSCI-Factsheet).
| Position | Wert | Sektor | Tech | Industrie | Versorger |
|---|---|---|---|---|---|
| MSCI World ETF | 24.000 € | Gemischt | 7.627 € | 2.592 € | 552 € |
| ASML | 2.000 € | Tech | 2.000 € | ||
| Siemens Energy | 3.000 € | Industrie | 3.000 € | ||
| Schneider Electric | 3.000 € | Industrie | 3.000 € | ||
| Legrand | 2.000 € | Industrie | 2.000 € | ||
| Prysmian | 2.000 € | Industrie | 2.000 € | ||
| Iberdrola | 2.000 € | Versorger | 2.000 € | ||
| Allianz | 2.000 € | Finanzen | |||
| Summe | 40.000 € | 9.627 € (24 %) | 12.592 € (31 %) | 2.552 € (6 %) |
In dieser Ansicht macht Tech 24 % des Depots aus. Industrie und Versorger zusammen kommen auf 38 %. Das sieht ausgewogen aus.
Jetzt dasselbe Depot nach KI-Abhängigkeit. Die Anteile unten sind Annahmen für das Beispiel, erklärt im nächsten Abschnitt. Für den ETF nehmen wir das Gewicht der sieben größten US-Techkonzerne, das Ende September bei 24,76 % des MSCI World lag (gerundet auf 25 %).
| Position | Wert | KI-Abhängigkeit (angenommen) | KI-abhängiger Wert |
|---|---|---|---|
| MSCI World ETF | 24.000 € | 25 % | 6.000 € |
| ASML | 2.000 € | 100 % | 2.000 € |
| Siemens Energy | 3.000 € | 50 % | 1.500 € |
| Schneider Electric | 3.000 € | 50 % | 1.500 € |
| Legrand | 2.000 € | 50 % | 1.000 € |
| Prysmian | 2.000 € | 50 % | 1.000 € |
| Iberdrola | 2.000 € | 25 % | 500 € |
| Allianz | 2.000 € | 0 % | 0 € |
| Summe | 40.000 € | 13.500 € (34 %) |
Die Durchschau-Methode aus unserem Beitrag zur KI-Blase würde beim ETF und bei ASML aufhören: 8.000 €, also 20 %. Die Energie- und Netzwerte kommen mit weiteren 5.500 € dazu. Damit liegt die echte KI-Abhängigkeit bei 34 %, gegenüber einem „Tech“-Anteil von 24 %.
Die 10.000 €, die dieser Anleger zum Ausgleich in europäische Industriewerte gesteckt hat, tragen 5.000 € KI-Abhängigkeit. Fallen KI-abhängige Kurse um 30 %, verliert das Depot rund 4.050 €, also 10,1 %. Wer nur die 20 % gezählt hat, rechnet mit etwa 2.400 €.
Diese Zahlen sind nur so gut wie die Annahmen von 50 % und 25 %. Ändere sie, und die Summe verschiebt sich. Es geht nicht um die exakte Zahl. Es geht darum, dass zwischen Sektoransicht und KI-Ansicht 10 Prozentpunkte oder mehr liegen können.
Liegen deine Positionen bei DEGIRO, importiert der DEGIRO Portfolio-Tracker von Zune.Money deine Transaktions-CSV und listet jede Position mit Eurowert und Gewichtung auf. Damit hast du die ersten beiden Spalten dieser Tabelle in wenigen Sekunden.
So misst du deine KI-Abhängigkeit in 6 Schritten
Du brauchst deine Positionen, das Factsheet jedes ETFs und die letzte Ergebnismeldung jeder Einzelaktie. Plane 30 Minuten ein.
- Liste jede Position mit ihrem Wert in Euro auf. Nimm alle Broker und das Bargeld mit, also auch das Depot bei Trade Republic oder der Hausbank.
- Schau in jeden ETF hinein. Nimm die größten Positionen aus dem Factsheet und ermittle das Gewicht der KI-nahen Unternehmen. Bei einem Welt-ETF sind die sieben größten US-Techkonzerne ein guter Anfang. Unser Beitrag zum Klumpenrisiko im MSCI World und zur ETF-Überschneidung zeigt, wie das für mehrere Fonds gleichzeitig geht.
- Ordne jede Einzelaktie einer von vier Stufen zu. Diesen Schritt lassen die meisten aus.
- Kern, 100 %. Verkauft KI-Chips, Maschinen für die Chipherstellung oder KI-Cloud-Kapazität. Nvidia, ASML, TSMC.
- Stark, 50 %. Rechenzentren machen 20 % oder mehr von Umsatz oder Auftragseingang aus, oder sie waren im letzten Jahr der Hauptgrund für eine höhere Prognose. Schneider Electric, Legrand und nach unserer Einschätzung Siemens Energy und Prysmian.
- Teilweise, 25 %. Rechenzentren sind ein genannter Wachstumstreiber, aber der Großteil des Gewinns kommt aus anderen Bereichen oder aus regulierten Netzen. Die meisten Versorger und breit aufgestellte Konzerne wie Siemens.
- Keine, 0 %. Keine erkennbare Verbindung. Versicherer, Lebensmittel, Basiskonsumgüter, die meisten Banken.
- Multipliziere und addiere. Wert mal Stufe, für jede Position. Teile die Summe durch den Gesamtwert deines Depots.
- Vergleiche das Ergebnis mit deinem Tech-Anteil. Die Differenz zwischen beiden Zahlen ist deine versteckte KI-Wette.
- Mach einen Stresstest. Multipliziere die KI-abhängige Summe mit 30 %. Chipaktien haben als Gruppe 2022 mehr als das verloren, für eine scharfe Korrektur ist der Wert also realistisch.
Lies die Ergebnis-Pressemitteilung, bevor du eine Stufe vergibst. Unternehmen schreiben offen, wenn Rechenzentren ein Quartal getragen haben, weil Anleger sie dafür belohnen. Weist ein Unternehmen keinen Anteil aus, nimm die niedrigere Stufe und notiere dir, warum.
Die Risiken von KI-Energieaktien
Die Geschichte mit den Rechenzentren ist stark. Sicher macht sie diese Aktien nicht. Fünf Risiken zählen.
Die Kurse rechnen schon mit Jahren voller Nachfrage. Die Schneider-Aktie erreichte im Februar nach den Zahlen ein Rekordhoch von 275 €. Siemens Energy notierte im Oktober beim etwa 47-Fachen des Gewinns der letzten zwölf Monate. Ist eine Aktie auf Wachstum bepreist, kann sie schon fallen, wenn ein gutes Quartal etwas weniger gut ausfällt als erwartet.
Kürzungen beim KI-Investitionsbudget treffen zuerst die Aufträge. Ausrüster leben von ihrem Auftragsbuch. Bremsen die großen Cloud-Konzerne den Bau von Rechenzentren, sinken die neuen Aufträge innerhalb von ein, zwei Quartalen, auch wenn der Umsatz aus dem bestehenden Auftragsbestand noch eine Weile weiterläuft.
Engpässe im Netz wirken in beide Richtungen. Die 7 bis 10 Jahre Wartezeit auf einen Anschluss, die Ember beschreibt, sind ein Argument für Netztechnik. Sie bedeuten aber auch, dass sich manche Rechenzentrumsprojekte verzögern oder in andere Länder abwandern, und die Aufträge für die Technik wandern mit. Die IEA schätzt, dass sich weltweit etwa 20 % der geplanten Rechenzentrumsprojekte verzögern könnten, wenn die Netzrisiken nicht angegangen werden.
Versorger sind reguliert, keine Wachstumswerte. Bei einem Netzbetreiber legt eine nationale Regulierungsbehörde fest, welche Rendite er auf seine Netzinvestitionen verdienen darf, in Deutschland die Bundesnetzagentur. Mehr Rechenzentren können eine größere Anlagenbasis bedeuten, und das hilft über Jahre. Die Rendite pro investiertem Euro springt aber nicht, nur weil KI gerade beliebt ist, und der Regulierer kann sie senken. Kauf einen Versorger für stetige Erträge, nicht als KI-Wette.
Politik und Strompreise. Hohe Strompreise in Europa, lokale Grenzen für neue Rechenzentren und Änderungen bei der Frage, wie Netzkosten zwischen Haushalten und Rechenzentren aufgeteilt werden, können den Ausbau hier bremsen, ganz unabhängig von der weltweiten KI-Nachfrage.
Was du mit der Zahl anfängst
Nichts hiervon ist eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie. Eine KI-Abhängigkeit von 34 % kann eine bewusste Entscheidung sein. Riskant wird sie, wenn du sie aus Versehen hältst und dich dabei für breit gestreut hältst.
Leg deine Obergrenze vor dem nächsten Ausverkauf fest. Sollen KI-abhängige Positionen unter 30 % deines Depots bleiben, schreib das jetzt auf. Steigt die Zahl darüber, reduzierst du oder lenkst neues Geld, etwa die nächsten Sparplanraten, in andere Bereiche.
Echte Diversifikation hat keine Rechenzentrumsgeschichte. Willst du Teile im Depot, die sich nicht mit KI bewegen, schau auf Sektoren, die gar nicht an Rechenzentren verkaufen: Basiskonsumgüter, Gesundheit, Versicherer, Staatsanleihen. Auch Anleihen haben eigene Risiken, wie unser Beitrag zur Frankreich-Schuldenkrise und deinem Depot zeigt. Mit KI haben diese Risiken aber nichts zu tun.
Behalte die Auftragsbücher im Blick. Siemens Energy legt am 11. November die Zahlen für das Geschäftsjahr vor. Schneider, Legrand und Prysmian veröffentlichen in den nächsten Wochen ihre Zahlen zum dritten Quartal. Ihr Auftragswachstum sagt mehr über die echte KI-Nachfrage als jede durchgesickerte Umsatzzahl eines privaten Unternehmens.
Die Steuerregeln für Verkäufe unterscheiden sich von Land zu Land, in Deutschland und Österreich genauso wie anderswo. Sprich mit einer Steuerberatung, bevor du eine große Position umschichtest.
Deine KI-Abhängigkeit im Blick behalten
Die sechs Schritte funktionieren in einer Tabellenkalkulation, aber die Kurse bewegen sich jeden Tag, und deine Stufen verschieben sich mit. Importiere deine DEGIRO-CSV in Zune.Money, und deine Positionen, Gewichtungen und Eurowerte bleiben von selbst aktuell. So rechnest du deine KI-Abhängigkeit nach der nächsten Schlagzeile in wenigen Minuten neu. Der kostenlose Plan umfasst den Import und die vollständige Positionsliste.
Häufig gestellte Fragen
Ist Siemens Energy eine KI-Aktie?
Dem Namen nach nicht, beim Gewinn zum Teil schon. Siemens Energy verkauft Gasturbinen und Netztechnik und hat im Mai 2026 die starke Turbinennachfrage mit US-Rechenzentren begründet, als es die Wachstumsprognose anhob. Einen Rechenzentrumsanteil am Umsatz weist der Konzern nicht aus. Wie viel davon an KI hängt, bleibt eine Einschätzung.
Profitieren Versorger wie E.ON von KI?
Manche schon, aber langsam. Rechenzentren erhöhen den Strombedarf und rechtfertigen mehr Netzausbau. Das vergrößert die Anlagenbasis, auf die regulierte Netzbetreiber eine Rendite verdienen. Diese Rendite legt der Regulierer fest, nicht der KI-Hype. Versorger gewinnen im Boom deshalb weniger als Ausrüster und verlieren im Ausverkauf meist auch weniger.
Welcher ETF enthält europäische Netzausbau-Aktien?
Einen ETF nur mit europäischen Netzwerten gibt es nicht. Thematische Netz-ETFs sind global und stark auf die USA ausgerichtet. Der First Trust Nasdaq Clean Edge Smart Grid Infrastructure UCITS ETF hielt am 30. Juni 2026 Schneider Electric mit etwa 8,3 % und Prysmian mit etwa 3,9 %. Prüf vor dem Kauf das aktuelle Factsheet, die Gewichte ändern sich.
Wie viel Strom verbraucht ein KI-Rechenzentrum?
Laut IEA verbraucht ein typisches, auf KI ausgerichtetes Rechenzentrum so viel Strom wie 100.000 Haushalte. Die größten Anlagen, die gerade gebaut werden, brauchen etwa das 20-Fache. Deshalb ist in Europa oft der Netzanschluss, nicht der Chip, der langsamste Teil beim Bau eines neuen Rechenzentrums.


